Zweite Karrieren: vom Sportstar zum Pokerstar

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27.11.2017

Gibt es eigentlich Sportstars, denen es während oder nach ihrer Karriere gelungen ist, auch am Pokertisch einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?

Wir werfen hier einen Blick auf österreichische und auch deutsche Sportgrößen, die ihre Geduld, gute Vorbereitung und scharfes Kalkül auch in der internationalen Pokerwelt gewinnbringend einsetzen. So viel schon hier vorweg: Es gibt sogar erfolgreiche österreichische Sportler, die ihren Sport zugunsten der bunten Spielkarten aufgaben, weil ihnen in der Welt des Pokers noch mehr Erfolg beschieden war – und das Kartenspiel Poker ihnen leichter erlernbar schien.

Vom Nationaltorwart zum Pokerstar: Ismael Bojang

Ismael BojangFoto: World Poker Tour

Ismael Colin Bojang ist ursprünglich gambischer Herkunft, aber in Hamburg geboren und dort in die Schule gegangen. Seit 2012 hat er seinen Wohnsitz in der österreichischen Hauptstadt Wien. Der Ex-Fußballer Bojang gehörte als Jugendlicher zum Kader der gambischen U-17-Fußballnationalmannschaft, die 2005 und 2009 Afrikameister wurde. Bojang spielte auf dem Platz als Torwart.

Schon seit 2008 nimmt Bojang aber auch an renommierten Live-Pokerturnieren teil. Erstmals in die Geldränge kam er im März 2009 beim Main Event der European Poker Tour in Dortmund. Bis heute hat der Wahl-Wiener bei Live-Turnieren über 2,5 Millionen US-Dollar verdient.

Schachmeister und Pokerstar in Personalunion: Ivo Donev

Ivo DonevFoto: Drew Amato

Der bislang einzige Österreicher, der in der Glücksspielmetropole Las Vegas bei einer World Series of Poker ein Turnier gewinnen konnte, ist der gebürtige Bulgare Ivo Donev. Der diplomierte Schachtrainer der Sportuniversität von Sofia, dessen Vater schon Schachmeister war, erreichte 1990 in Österreich bei den Dornbirn-Open den 3. Platz. Fortan lebte er in Vorarlberg als Schachprofi, trainierte die österreichische Jugend-Nationalmannschaft und spielte u. a. bei Inter Salzburg in der Staatsliga A.

Zum Poker kam Donev, nachdem er an seinem Computer mit Pokerprogrammen geübt hatte. Im Jahr 2000 gewann er 85.000 US-Dollar bei der World Series of Poker in Las Vegas. Seitdem hat er über 2 Millionen US-Dollar Preisgelder gesammelt und ist damit nach Thomas Mühlöcker der zweiterfolgreichste österreichische Pokerspieler. Nach eigener Aussage spielt Donev übrigens mittlerweile lieber Poker als Schach, da das Kartenspiel für Anfänger leichter zu erlernen sei.

Erst Tennislegende, dann Pokerbotschafter: Boris Becker

Boris BeckerFoto: World Poker Tour

1997, acht Jahre nach seinem offiziellen Rücktritt vom Tennissport, wurde der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker Werbebotschafter der Online-Poker-Plattform PokerStars. Doch blieb es bei Beckers neuen TV-Auftritten keinesfalls bei einer rein werblichen Tätigkeit. Denn der gebürtige Leimener reihte sich aktiv in das Team PokerStars ein und nahm regelmäßig an professionellen Pokerturnieren teil.

Zum ersten Mal setzte er sich 2007 in Monte Carlo an einen Pokertisch. Wenig später bewies er, dass mehr als nur ein Show-Effekt dahinter steckte. Noch im April desselben Jahres kam er erstmals beim Pokerspielen in die Geldränge und dies gleich beim renommierten Main Event der World Poker Tour im Hotel Bellagio im US-amerikanischen Glücksspielparadies Las Vegas.

Bis heute hat Becker bei offiziellen Pokerturnieren mehr als 100.000 US-Dollar an Preisgeldern gewonnen. Seit Dezember 2016 ist die deutsche Tennislegende Werbebotschafter der Plattform PartyPoker.

Am Schachbrett und am Pokertisch ein Größe: Josef Klinger

Josef KlingerFoto: World Poker Tour

Der österreichische Schachgroßmeister Josef „Pepi“ Klinger war in den 80er Jahren landesweit die Nummer eins am Spielbrett. Er holte die Bronzemedaille bei der Junioren-WM 1985 und gewann im gleichen Jahr und erneut 1993 die Österreichische Staatsmeisterschaft. Mit der österreichischen Nationalmannschaft nahm Klinger an den Schacholympiaden 1986, 1988 und 1990 jeweils am Spitzenbrett teil.

Mitte der 90er Jahre beendete Klinger dann seine glorreiche – und eigentlich doch weiterhin erfolgreiche Schachkarriere – und verdingte sich fortan als professioneller Pokerspieler. Und dies mit Erfolg. Allein zwischen 1995 und 2010 gewann er bei diversen offiziellen Turnieren fast 1,8 Millionen US-Dollar beim Poker. 2003 gewann er das Vienna Spring Festival (fünf Jahre später brachte er es hier auf Platz 2) und kassierte 2010 als Zweiter beim EPT Grand Final in Monte Carlo 1.000.000 Euro.

Vom Spielfeld an den Pokertisch: Max Kruse

Max KruseFoto: Jayne Furman

Wer das runde Leder liebt, kennt diesen Mann von seinen Auftritten vor dem gegnerischen Tor. Der deutsche Fußballprofi Max Kruse steht beim Bundesligisten Werder Bremen unter Vertrag und schoss bei seinen bislang 14 Einsätzen im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vier Tore.

Seit 2014 nimmt der Reinbeker aber auch an renommierten Pokerturnieren teil. Dabei schießt er zwar keine Tore, lehrt seine Gegenspieler jedoch auch hier mitunter das Fürchten. Bei einem Turnier der World Series of Poker in Las Vegas erspielte sich der Fußballprofi ein Preisgeld von über 2.500 US-Dollar. Insgesamt liegen Kruses Preisgelder aus offiziellen Live-Pokerturnieren mittlerweile bei über 120.000 US-Dollar.

Wie Sie sehen, haben es – nicht nur in Österreich – schon einige Zeitgenossen von der Sportlegende zum Pokerstar geschafft. Ob es anders herum auch Pokerlegenden schon zum erfolgreichen Sportler geschafft haben, ist uns leider nicht bekannt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

 
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