Was man vom Glücksspiel fürs Leben lernen kann

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21.12.2017

Nicht nur Kinder lernen beim Spielen ganz nebenbei fürs Leben. So werden auch beim Pokerspiel Fertigkeiten und persönliche Qualitäten geschult und verfeinert, die für alle möglichen Entscheidungen im Leben, etwa Berufswahl, Investitionen, Hauskauf usw. von entscheidender Bedeutung sein können.

Das Leben ist mit Risiken behaftet und ein wichtiger Teil des Lebens besteht darin, zu lernen, wie man mit diesen Risiken umgeht. Das Pokerspiel lehrt einen, über Risiken und Chancen nachzudenken, bevor man aktiv wird. Im Folgenden stellen wir eine Reihe von Qualitäten und Fertigkeiten vor, die man über das Pokerspiel erlernen bzw. schulen kann und die sich als äußerst hilfreich für den Alltag erweisen können.

Logisches Denkvermögen

Logisches Denkvermögen

Statt logisch zu denken, verlassen sich viele Menschen auf ihr Bauchgefühl oder treffen emotionale Schlussfolgerungen. Poker lehrt, Logik zu respektieren und anzuwenden. Denn bei diesem Spiel kennt man die Karten der anderen Spieler nicht und benötigt umso mehr Logik, um herauszufinden, welche Hand die anderen haben. Auch bei der Entscheidung, wie man diese Information optimal verwendet, kommt wieder logisches Denken zum Einsatz.

Konzentrationsfähigkeit

Poker entwickelt die Fähigkeit, sich Informationen zu beschaffen und sich zu konzentrieren. Zwar gibt es wohl kaum einen Pokerspieler auf der Welt, der noch nicht mindestens einmal Signale am Tisch übersehen hätte, offensichtliche Fehler begangen und sich hinterher gefragt hätte: “Wie konnte ich nur so blöd sein?” Dennoch gehört die Schulung der Konzentrationsfähigkeit zu den wichtigsten Faktoren eines erfolgreichen Spielers.

Geduld

Wartet man am Spieltisch geduldig auf die richtige Situation, wird man die ungeduldigen Mitspieler, die zu viele Hände spielen, mit Sicherheit schlagen. Tatsächlich lautet die erste Lektion für die meisten Pokerspieler: „Übe dich in Geduld.“

Disziplin

Poker verbessert die Disziplin, da sie beim Spiel laufend belohnt wird. Nahezu alle erfolgreichen Pokerstars gehen äußerst diszipliniert an ihr Werk. Sie folden Hände, bei denen sie eigentlich verlockt sind, sie zu spielen. Sie widerstehen der Versuchung, starke Spieler herauszufordern, vermeiden Ablenkung, kontrollieren ihre Emotionen. Sie besitzen die Selbstbeherrschung, notwendige, aber unangenehme Dinge zu tun. Nicht umsonst sagt man im Leben beherrschten Menschen oft ein Pokerface nach.

Realitätssinn

Zu viele Menschen glauben das, was sie glauben möchten. Poker entwickelt den Realitätssinn auf zuweilen grausame, aber meist höchst wirksame Weise. Leugnet man die Wahrheit über sich selbst, die Gegner, die Karten oder das Budget, bezahlt man schnell einen Preis dafür. Bei einer Pokersession muss man hunderte komplizierter Situationen einschätzen. Bleibt man dabei realistisch, gewinnt man, leugnet man die Realität, verliert man.

Anpassungsfähigkeit

Ganz gleich, was geschieht und was sich ändert, die meisten Leute tun das, was sie immer getan haben. Poker hingegen verlangt Anpassung, da sich die Situation am Spieltisch ständig ändert. Eine einzige Karte kann eine wertlose Hand wie 4 Flushkarten in eine unschlagbare verwandeln. Jedes Mal, wenn man durch Fold, Check, Bet oder Raise überrascht wird, sollte man die Situation neu bewerten und sich gemäß der neuen Information anpassen. Diese Fähigkeit kommt einem auch im Leben abseits des Pokertischs sehr zugute. Heute ist sie wichtiger denn je, da die Änderungen schneller vonstattengehen: Praktisch jedes Jahr ergeben sich größere Veränderungen als es unsere Vorfahren in Jahrzehnten oder im ganzen Leben erlebten. Technologie, Wirtschaft, soziale und moralische Einstellungen und andere Faktoren ändern sich dramatisch. Poker kann dabei helfen, besser mit einer sich ständig ändernden Welt klarzukommen.

Umgang mit Menschen

Umgang mit Menschen

Gerade jüngere Menschen haben oft wenig Erfahrung mit unterschiedlichen Zeitgenossen. Sie leben in relativ homogenen Städten und Nachbarschaften und haben üblicherweise Kontakt zu Leuten, die ihnen selbst mehr oder weniger ähnlich sind. In Pokerpartien, egal, ob online oder im Casino, lernt man jedoch ganz andere Charaktere kennen. Zwangsläufig muss man sich hier mit höchst unterschiedlichen Typen auseinandersetzen: mit aggressiven und zögerlichen, ruhigen und redseligen, freundlichen und unfreundlichen, intelligenten und weniger intelligenten, kontrollierten und temperamentvollen. Auf diese spielerische Art und Weise lernt man, Leute, die sehr unterschiedlich denken und agieren, zu verstehen und sich ihnen anzupassen. Je schneller und besser man dies bewerkstelligt, desto besser werden die Ergebnisse.

Schadensbegrenzung

Ob verlorener Job, Streit oder verflossene Liebe: Viele Menschen können nicht mit Verlusten umgehen. Sie können den Verlust nicht akzeptieren und sind vielleicht sogar vom Verlorenen besessen. Statt dass sie nach vorne schauen, bestimmt der Verlust ihr Leben. Poker lehrt, mit Verlusten umzugehen – schließlich kommen diese oft vor. Verlustsessions und Verluststrähnen sind ein normaler Bestandteil des Spiels. Pokerspieler lernen außerdem (schmerzhaft und teuer), dass der Versuch, Verluste schnell auszugleichen, in der Regel zum Desaster führt. Man muss kurzzeitige Verluste akzeptieren und weiterhin solide und geduldig bleiben. Man kann kein Gewinner sein – ob beim Poker oder im Leben – wenn man nicht lernt, wie man über Verluste hinwegkommt und weitermacht.